Anja Lechner 
 
Yoga trifft Achtsamkeit


Achtsamkeit und Meditation




Der Biologe Jon Kabat Zinn gilt als Begründer der modernen Achtsamkeitspraxis.

Er bezeichnet Achtsamkeit als:

"Von Augenblick zu Augenblick gegenwärtiges, absichtsvolles nicht urteilendes Gewahrsein. Achtsamkeit entspringt dem Leben ganz natürlich. Sie kann durch Praxis gefestigt werden. Diese Praxis wird manchmal Meditation genannt. Doch Meditation ist anders als Sie denken." (J.K-Z.)

Doch was heißt das genau?

Achtsamkeit ist in  uns Menschen ganz natürlich angelegt. Bei Kindern kann man noch erleben, wie sie im Moment versunken sind, ganz bei sich selbst.

Achtsamkeit heißt, dieses vollkommene Verbunden mit sich Selbst und dem momentanen Handeln mit gleichzeitiger Vollkommenen Bewusstheit über diesen Zustand zu verbinden. Also Vollkommenen Präsenz im Augenblick mit allem was gerade da ist.

Meist verlernen wir diesen Zustand im Laufe unseres Lebens. Wir entfernen uns von uns Selbst. Unser Handeln entspringt unbewussten Konditionierungen oder wir befinden uns zu oft im Autopiloten. Erleben Situationen nicht bewusst und können uns dann schlecht daran erinnern. Unser Leben zieht an uns vorbei, ohne dass wir es wirklich leben.

Durch die Praxis der Achtsamkeit können wir uns wieder mit dieser ursprünglichen Fähigkeit verbinden. 


"In der Meditation geht es ganz einfach darum, man Selbst zu sein und sich allmählich darüber klar zu werden, wer das ist." (Jon Kabat-Zinn)

Aber Achtsamkeit ist nicht nur Mediation auf dem Kissen. Sie umfasst vielerlei alltägliche und nicht alltägliche Übungen:

  • Mediation im Sitzen, Gehen, Stehen oder Liegen
  • Achtsame Körperarbeit
  • Achtsame Körperwahrnehmung
  • Achtsames Essen oder Zähneputzen
  • Achtsame Kommunikation

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Kennen Sie dieses Gedankenchaos im Kopf. Dieser scheinbar nie enden wollende Gedankenstrom und das damit verbundene Gefühl, nicht zur Ruhe zu kommen?

Unser Geist ist dafür gemacht, Gedanken zu produzieren, permanent.

In der Meditation werden wir die Gedanken nicht aufhalten, wir wollen unseren Geist nicht lahmlegen, wir wollen den permanenten Gedankenstrom nur verlangsamen und bewusst machen.

Wir lernen in der Meditation unseren Geist und damit uns Selbst besser zu verstehen und das anzunehmen, was gerade ist – ganz ohne Ziel oder andere Bestrebungen nach einem Ergebnis. Einfach sein mit dem was gerade geschieht.


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Warum Achtsamkeit üben?

Im Buddhismus ist Meditation das praktische Mittel, um die Natur des Geistes zu erkennen. Während der Meditation ruht der Geist idealerweise in sich selbst.

Und obwohl er nicht zu finden ist, ist er die Grundlage allen Erlebens. Der Geist, der durch die Augen schaut, durch die Ohren hört, der erfährt und versteht, ist sich aller Erfahrungen bewusst, ohne dabei sich selbst zu sehen. Meditation wirkt in der Weise, dass sie den Geist in einen Zustand führt, in dem er sich selbst erkennen kann. Dies ist vergleichbar mit einem Auge, das die Welt sieht, aber sich selbst erst beim Blick in den Spiegel sehen kann.

Man verweilt bei einem individuell gewählten Focus, absichtslos im „Hier und Jetzt“. Gedanken können entstehen, aber man folgt ihnen nicht. Wenn dies dennoch geschieht , kehrt man entspannt wieder zum Gegenstand der Konzentration zurück. Durch diese Übung kommt der Geist zur Ruhe. Er wird wie die ungestörte Oberfläche eines Sees, der alles klar widerspiegelt.

Dies ist mit einer Erfahrung von Klarheit und Freude verbunden. Die Wirkung der Praxis zeigt sich in Form von mehr Energie, Lebensfreude und Leichtigkeit sowie in der zunehmenden Fähigkeit, störende Gefühle im eigenen Geist einfach loszulassen.

Erfahre mehr dazu auf der Seite MBSR.


  

 

„Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie andernorts zu suchen."

 

(Francois de La Rochefoucauld)